Interview mit Claudia Barfuss

Seit über 15 Jahren hilft Claudia Barfuss, Pferdeprofis, sich im Web zu präsentieren und mit einer modernen Website zu punkten und dadurch neue Kunden zu gewinnen. Am 3. August ist ihr neuster Blog erschienen in Form eines Interviews mit mir.

Hier geht’s zum Blog und hier zu ihrer Website. Ich kann Claudia Barfuss und ihre wertvollen Dienstleistungen für Pferdeprofis sehr empfehlen!

Vielen Dank Claudia!

EquiClassic- Work® Trainerin

Nach Abschluss der beiden 4-tägigen Kursblöcke und bestandener praktischer Prüfung Ende Juli 2017 bin ich nun lizenzierte EquiClassic- Work Trainerin und darf ab sofort Kurse und Stunden geben. Mehr Informationen zum neuen Handarbeitsprogramm von Michael Geitner gibt es in der Rubrik „blau-gelb“.

 

Eine erste Veranstaltung mit Vorstellung des Konzeptes in Theorie und Praxis bei mir auf der Equibase in Zwillikon ist in Planung. Weitere Infos folgen. Anfragen für Einzelunterricht und Kurse nehme ich gerne entgegen.

 

Wintertraining statt Winterblues!

Inzwischen ist es in vielen Regionen bereits bitter kalt geworden, und nicht selten ist die Versuchung, die kalten Winterabende lieber beim warmen Kamin oder vor dem Fernseher zu verbringen anstatt im kalten Stall sicherlich gross. Auch ich selbst habe manchmal Mühe, mich wenn die Kinder im Bett sind, aufzuraffen und würde lieber an der wohligen Wärme bleiben. Doch meistens schaffe ich es, mich zu motivieren und stelle jedes Mal fest: Es lohnt sich immer und ist meist gar so schlimm wie erwartet.

Die vergangenen Monate Revue passieren lassen

Gründe, die aus meiner Sicht gegen eine Winterpause beim Pferdetraining sprechen, gibt es viele. Ich plane jeweils Mitte November des Jahres die kommenden 4 Monate. Ich lasse die vergangenen 6-7 Monate Revue passieren und mache gleichzeitig eine Bestandesaufnahme. Dazu frage ich mich als erstes, wo ich anfangs der Saison (bei mir war das dieses Jahr Ende März) stand. Dann gehe ich die Highlights (Kurse, Turniere etc.) durch und schreibe mir zu jedem Event ein paar Stichworte auf. Da ich eine Trainingsagenda für Miro führe, vergesse ich dabei nichts. Zum Schluss notiere ich mir die wichtigsten Fortschritte im Vergleich zum Saisonbeginn und schreibe auch auf, wenn etwas nicht (mehr) so gut klappt wie auch schon oder anders lief als erwartet.

Periodisierung des Trainings

Dann ist es bereits Zeit, Pläne zu schmieden und Ziele zu setzen für die kommende Saison. Bei mir sind das immer ein paar, denn mir geht es bei Miro und mir nicht um rein sportliche Ziele, sondern v.a. um persönliche zur Gesunderhaltung unserer Körper und Stärkung der gemeinsamen Vertrauensbasis. Dann schreibe ich die Voraussetzungen dazu und überlege mir, wie ich diese schaffen kann. Dabei hilft es mir, Zwischenziele einzuplanen. Ich persönlich mag 6-Wochen-Etappen. Die  ersten zwei Wochen dienen jeweils der Angewöhung an die neuen Trainingseinheiten, die zweiten zwei Wochen der Festigung und die letzten 2 Wochen der Leistungssteigerung. Diese Strukturierung und im weiteren Sinne auch Periodisierung, wie man sie vom Spitzensport kennt, hat sich aus meiner Erfahrung auch im Freizeitsportbereich bestens bewährt.

Equikinetic und klassische Handarbeit

In diesem Winter kommt bei mir als erstes eine 6-Wöchige Trainingsetapppe mit Equikinetic und klassischer Handarbeit, wobei ich jeweils 3 Trainings-Einheiten/Woche, 2 lockere Geländeritte, einen Wellnesstag, sowie einen Jokertag pro Woche geplant habe. Auch bei nicht ganz optimalem Wetter oder Dunkelheit sollte das möglich sein, insbesondere, da sich die Equikinetic und klassische Handarbeit mit entsprechender Anpassung des Trainings gut machen lassen. Auch bei hartem Boden kann man trainieren, wenn man Gangart und Geschwindigkeit anpasst. Die Pausen bei er der Equikinetic gestalte ich im Winter aktiv bzw. lasse Miro locker in den Gassen im Schritt weiter gehen anstatt ihn in der Mitte oder im Equiplace stehen zu lassen.

Regelmässiges Training auch bei Gruppenhaltung

Auch wenn mein Pferd Miro in einer kleinen Gruppe steht und täglich Weidegang hat, bin ich der Überzeugung, dass regelmässiges körperliches Training und auch geistige Förderung über das ganze Jahr verteilt essentiell ist für Fitness und Wohlbefinden. Pferde lieben Beschäftigung und wahrscheinlich auch körperliches Training. Jedenfalls müsste das aus meiner Sicht nur schon deshalb so sein, weil auch ein Pferdekörper über adäquat gesetzte Trainingsreize in Schwung gehalten wird. Insbesondere bei in Boxen gehaltenen Pferden finde ich dies wichtig, denn sie haben nur ganz eingeschränkt die Möglichkeit, ihr Bewegungspensum selbst zu beeinflussen und z.B. Stress über Bewegung abzubauen.

Fitness für Pferd und Reiter

Da mein Pferd sich jeden Tag im Dreck wälzt, ergibt es sich von alleine, dass auch ich bereits vor dem eigentlichen Training nicht zu kurz komme. Das Aufstellen der Gasse und das gemeinsame Aufwärmen bei der Positions- und Handarbeit stellen sicher, dass auch ich gut auf die Einheit vorbereitet bin. Beim Ausreiten gehe ich immer einen Teil der Strecke mit und laufe – wenn es die Bodenverhältnisse zulassen – gerne auch immer wieder neben dem Pferd her. Für Miro ist das lockere Traben ein Regenerationstraining (d.h. ohne Trainingseffekt für das Herz-Kreislaufsystem) und perfekt für einen Aktivpausentag und für mich setzt das Joggen im Intervall als Trainingsreiz. 2-3 Einheiten Rumpfkraftraining und Yoga für Reiter runden mein winterliches Basistraining ab.

 Theorieabende im kleinen Rahmen

In den kommenden Wintermonaten werde ich Theorieabende zum Thema „Wintertraining“ im kleinen Rahmen bei mir zu Hause anbieten und weiter von meinen persönlichen Erfahrungen berichten. Dabei möchte ich Freizeitreitern aufzeigen, dass ein effizientes Wintertraining für Pferd und Reiter auch ohne grossen zeitlichen Aufwand und auch ohne perfekte Bedingungen und Infrastruktur möglich und sinnvoll ist.

Bei Fragen stehe ich gerne zur Verfügung! 🙂

 

 

 

 

 

Sind du und dein Pferd fit für die neue Saison?

Na, hast du die Frühlingsmüdigkeit überwunden, und hat sich dein Pferd vom Fellwechsel erholt? Dann ist jetzt Zeit, das Training im Freien in vollen Zügen zu geniessen! Wenn nicht, dann findest du im folgenden Artikel vielleicht ein paar Tipps, die dir & deinem Pferd helfen, bald wieder ganz fit zu werden.

Mein jetzt 7-jähriger PRE-Wallach Miro hatte mit dem Fellwechsel ziemlich zu kämpfen. Er war einige Wochen lang sehr müde und sein Fell sah wirklich schrecklich aus. Irgendwie schien er auch ganz matt und nicht sonderlich motiviert, zu arbeiten. Aber nicht nur Miro ging es so, sondern auch mir. Ich hatte zwar Lust, mich zu bewegen, fühlte aber, dass ich nicht wirklich leistungsfähig war.

Was macht man in dieser Situation? Einfach nichts tun, ist das Schlechteste, was man tun kann, denn dann wird es nur noch schlimmer und auch schwieriger zu verhindern, dass man in ein Motivationstief gerät.

Ich empfehle, für Pferd und Mensch einen gesunden Kompromiss zu suchen. So absolvierten Miro und ich ein ganz simples Basistraining. Ich schwitzte 3x/Woche kurz aber intensiv im Kraftraum und Miro wurde abwechslunsreich in longierter & gerittener Dualaktivierung kombiniert mit Basisübungen aus dem Straightnesstraining gearbeitet. An den Pausentagen hatte er entweder frei (er lebt in der Gruppe mit täglichem Weidegang) oder er ging locker ins Gelände.

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Dabei achtete ich besonders auf mögliche Hinweise auf sein Befinden, nahm mir viel Zeit im Stall und für die Pflege. Bereits nach 3 Wochen war eine deutliche Verbesserung der Situation spür- & sichtbaur, auch wenn das Fell noch nicht perfekt aussah. Das hat mich aber motiviert, dran zu bleiben. Auch ich fühlte mich zunehmend besser und der Schlafbedarf nahm wieder etwas ab.

Fazit: Diese bewusste Reduktion der Belastung hat uns beiden sehr gut getan und auch unsere Beziehung  gestärkt. Die Saisonplanung ist nun erfolgt und wir bereit, gezielt auf die verschiedenen Turniere und Events hin zu arbeiten. Neben den Turnierchen sind einige Kurse in Planung, an denen Miro mich erstmals auch vor Publikum zu Demonstrationszwecken unterstützen wird. Ich freue mich sehr auf die kommenden Monate und werde gerne wieder berichten. 🙂

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Falls du Fragen hast zum Thema Müdigkeit, Motivationstief etc., kannst du mich jederzeit gerne kontaktieren. Manchmal liegt auch ein Vit. D- und/oder ein Eisenmangel vor, und es kann Sinn machen, bei entspechenden Hinweisen oder Symptomen, einen sog. „Sportscreen“ (Blutuntersuchung mit den wichtigsten Werten bei sportlich aktiven Menschen) zu machen und allfällige Defizite gezielt anzugehen.

 

Straightnesstraining-Workshop mit Miriam Sherman in Oftringen

Nach einigen Turbulenzen im Vorfeld ist es mir schlussendlich doch noch gelungen, den ersten Straightnesstraining-Workshop in der Schweiz zu organisieren. Miriam Sherman, die mich und Miro seit 1 Jahr begleitet und coacht, ist seit Ende 2015 lizenzierte ST Instruktorin.

Miriam reiste am Freitag Abend an, damit wir uns in Ruhe auf den Kurs am Samstag vorbereiten konnten. Wir trafen uns in der Halle für eine kurze Standortbestimmung mit Miro, denn das letzte gemeinsame Training war ja schon eine Weile her. Ich hatte in der Zwischenzeit regelmässig mit Miro ST gemacht und merkte auch, dass wir uns verbessern, aber ich hatte auch einige Punkte, wo ich nicht weiter kam bzw. nur schleichend. Ein Thema ist die immernoch selten vorhandene Verbindung von der Hinter- zur Vorderhand.

Zuerst gingen wir die Groundworksequenzen durch, wobei wir v.a. an der Qualität arbeiteten und mir Miriam da und dort ein paar Inputs gab. Da Miro inzwischen das Kruppherein auf dem Hufschlag gut beherrscht, versuchten wir, ihn von der Bande zu lösen. Dafür prüften wir zuerst, ob er auf die vibrierende Gerte über der Flanke reagiert und auf mich zu kommt. Das schien er auch vestanden zu haben, sodass er nun so weit war, dass ich ihn ein paar Schritte Richtung Hallenmitte wagen konnte. Nach ein paar Schritten auf beide Seiten waren wir fürs Erste zufrieden und gingen zur nächsten Lektion über.

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Marijke de Jong, die Gründerin des Straightnesstrainings, spricht und schreibt viel von der sog. „cucumber shape“ und der „tomatoe shape“. Dabei geht es darum, das Pferd durch Förderung der Verbindung zwischen Hinter- und Vorderhand in eine runde Form zu bringen. Nun, da die Basics bei Miro sitzen, war er bereit, die ersten Übungen zur Diagonalisierung zu lernen. Dabei ging es im ersten Schritt darum, im Schritt, das innere hintere Bein zusammen mit dem vorderen äusseren Bein zu heben. Miro begriff nicht gleich, was wir von ihm wollten, sodass er uns einfach mal das anbot, was er kennt. Auch auf die Gerte an seinem inneren hinteren Bein reagierte er anfangs etwas übertrieben. Nach ein paar Versuchen, gelang es ihm aber, auf beide Seiten das Geforderte zu zeigen, womit die Trainingseinheit beendet werden konnte.

Am nächsten Morgen war es dann so weit. Der Workshop fand in Oftringen auf dem wunderschönen Hof der Familie Suter statt. Wir wurden herzlich empfangen und eingewiesen. Die Pferde bezogen ihre Boxen und Paddocks und fühlten sich gleich wohl. Der Workshop begann mit einer Vorstellungsrunde und einem kurzen Übersichtsvortrag von Miriam im gemütlichen Reiterstübli. Für die Mehrheit der insgesamt 8 Teilnehmenden war Straightnesstraining Neuland. Unter den 6 aktiven Teilnehmerinnen befanden sich aber auch 3 Mastery-Absolventinnen (inkl. mir), die bereits seit einiger Zeit mit ihren Pferden nach Marijke’s Konzept arbeiten.

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Danach ging es runter in die Halle, wo wir mit dem Morgenblock der praktischen Lektionen starteten. Die unterschiedlichsten Pferderassen waren vertreten – vom Freiberger bis zum Araber-Berber. Miriam holte jedes Pferd-Reiter-Paar ab und verstand es, ihnen mit Ruhe und Einfühlungsvermögen einen guten Einstieg in die Praxis zu ermöglichen. Miro und ich fühlten uns in der Halle sofort wohl und konnten in unserer ersten Einheit die Lektionen vom Vorabend ohne Probleme oder Hektik abrufen. Das Alösen von der Bande aus dem Kruppherein gelang sogar besonders gut.

In der gemeinsamen Mittagspause entwickelte sich ein angeregtes Gespräch. Miriam trug noch den zweiten Teil der Theorie vor, bevor wir uns zum zweiten praktischen Block wieder in die Halle begaben. Die Reiter-Pferde-Paare waren alle sichtlich ruhiger, entspannter und damit auch konzentrierter. Die meisten Teilnehmerinnen arbeiteten mit ihren Pferden am Kruppherein, da es für diese Übung v.a. am Anfang gut ist, jemanden dabei zu haben, der hilft. Es wurde aber auch am Trab in der Bodenarbeit oder am Longieren gearbeitet.

Ich hatte mir vorgenommen, zu reiten, denn dort liegt ja zur Zeit mein Fokus. Beim Aufwärmen arbeitete ich Miro an der Longe und auch etwas frei, um die Qualität der Konzentration und Connection zu erfühlen. Er arbeitete hochkonzentriert mit, sodass ich sicher war, dass das Reiten gut gehen würde. Wir gingen zuerst die Level 1-Sequenz mit Miriam’s Unterstützung vom Boden aus durch, wobei ich mehr und mehr die Hilfen übernahm. Zum Schluss zeigte Miro auch ohne Miriams direktes Einwirken sehr gute Ansätze in entspannter Haltung. Es fühlte sich toll an und auch Miro schien das Reiten nicht zu stören. Nach der Stunde war er zumindest sichtlich zufrieden, was mich sehr freute.

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Im Anschluss trafen wir uns nochmals im Reiterstübli zur Feedback- & Fragerunde. Die Teilnehmenden waren durchs Band zufrieden und glücklich über die wertvollen Inputs von Miriam. Auch ich war hoch zu frienden, denn Miro hatte einmal mehr sein Bestes gegeben und gezeigt, was für ein enorm feines Pferd er ist. Auch ich habe das gegeben, was ich im Moment zu leisten fähig bin und war sehr zufrieden. Jetzt heisst es: Weiter üben, üben, üben… 🙂

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Herzlichen Dank Miriam Sherman, allen Teilnehmenden und auch der Familie Suter für die herzliche Gastfreundschaft.

 

ARSETS Praxisseminar „Reiterhand und Pferdemaul“

Ganz kurzfristig durfte ich gestern Abend am ARSETS Praxisseminar „Reiterhand und Pferdemaul“ mit Tierärztin Dr. med. vet. Imke Querengässer in Oberembrach teilnehmen. Es kam wie gerufen, denn letzte Woche konnte ich Miro erstmals wieder mit Trense in der Halle arbeiten, ohne dass er Stress hatte und sich gegen die Trense wehrte. Gewisse Anlehnungsprobleme bestehen aber immernoch, sodass ich sicher war, dass ich von diesem Abend profitieren würde.

In der Aussschreibung stand: „92 % der Pferde auf Deutschen Abreiteplätzen gehen hinter der Senkrechten – so das Ergebnis einer aktuellen Studie. Auch im normalen „Reiteralltag“ gehen viele Pferde nicht in korrekter Anlehnung – sehr häufig, ohne dass dies ihren Reitern bewusst ist.“

Ziel des Vortrag-Abends war es, darüber aufzuklären, was es bedeutet, wenn das Pferd korrekt am Zügel geht und wie man dies (auch als Freizeitreiter) erkennen kann. Dieses Thema scheint sehr aktuell – jedenfalls waren über 40 Personen anwesend und füllten „Susann’s Beizli „auf dem Reiterhof Hueb in Oberembrach bis auf den letzten Platz aus. Die Stimmung war gleich von Beginn an entspannt, obschon man deutlich spüren konnte, dass die Teilnehmenden dem Vortrag interessiert und erwartungsvoll

Imke Querengässer hat an der Universität Giessen Tiermedizin studiert und an der Pferdeklinik Bern ihre Doktorwürde erlangt. Sie hat sich mit zahlreichen Weiterbildungen spezialisiert auf Physiotherapie und Chiropraktik für Pferde und Kleintiere. Begleitend zum Studium hat sie die Prüfung zum Reitwart/Trainer C abgelegt und unterrichtet seither auch Reitschüler. Wie die Organisatorin, Jenny Markov, selbst auch ausgebildete Tierärztin und sehr erfahrene aktive Reiterin, in der Einleitung treffend bemerkte, ist die Vereinigung eines fundierten tierärztlichen Wissens mit einer reiterlichen Ausbildung und Erfahrung aus auch dem Gebiet des Unterrichtens von Reitern gerade bei solchen Themen sehr wertvoll.

Aus tiermedizinischer Sicht wurde dem Publikum erklärt, wie Anlehnung aussehen sollte und ihre Bedeutung für eine funktionierende Biomechanik und die Gesunderhaltung des Reitpferdes dargestellt. Die enge Verbindung von Losgelassenheit und Anlehnung wurde erläutert, sowie Ursachen und Lösungsmöglichkeiten von Anlehnungproblemen aufgezeigt. Imke Querengässer verstand es, die Theorie mit praktischen Beispielen aufzulockern und beantwortete Zwischenfragen aus dem Publikum suverän und leicht verständlich.

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Im Anschluss an den theroretischen Teil wurde in der Halle eine wunderschöne  dunkelbraune Achal Tekkiner-Stute unter seiner Reiterin vorgestellt. Die Stute liess sich von der ungewohnten Menschenmenge in der Halle nicht beeindrucken. Nach einem kurzen Check der Ausrüstung, wurde sie uns  in Schritt und Trab vorgeritten. Dabei wurden wir aufgefordert, unsere Eindrücke bezüglich möglicher Anlehnungsprobleme zu äussern.

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Danach fragte die Referentin die Besitzerin des Pferdes, ob sie es selbst kurz reiten dürfe, um einen Eindruck aus dem Sattel zu erhalten. Nach ein paar Runden im Schritt und im Trab und einigen ersten Sequenzen der Einwirkung bzw. Feinabstimmung in der Hilfengebung, kam sie vor uns zum Stillstand und erklärte uns, was sie soeben mit dem Pferd gemacht hatte.

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Neben der aus meiner Sicht sehr treffenden und gut verständlichen Interpretation der Situation beindruckte mich besonders, wie fein und trotzdem bestimmt die Referentin mit der für sie völlig unbekannten Stute umging.

Im Anschluss zeigte sie uns noch die wichstigsten Abkauübungen bei offenem Genick des Pferdes vom Boden und vom Rücken des Pferdes aus. Ziel dieser Übungen, die man am besten vor dem Reiten macht, ist es, dem Pferd beizubringen, auf die Einwirkung der Reiterhand auf die Mundwinkel mit einem entspannten Kauen zu reagieren. So kommt es zu einer Lockerung im Bereich des Kiefergelenkes und des Zungenbeins mit Entspannung der Kopf-Arm-Muskulatur, was wiederum Voraussetzung ist für eine korrekte Anlehnung, welche schlussendlich ein vertrauensvolles vorwärs/abwärts Dehnen ermöglicht.

Im Anschluss an diesen wirklich spannenden und lehrreichen Vortrag, konnten wir uns bei einem sehr feinen Essen und gemütlicher Stimmung in „Susannes Beizli“ stärken und austauschen!

Vielen Dank Imke Querengässer, Jenny Markov, den Gastgebern, sowie allen Teilnehmenden für diesen spannenden und inputreichen Abend!

Mehr Infos unter:

Website der Referentin: www.tierchiropraktik.de

Verein Arbeitsreitweise Schweiz: www.arsets.ch

Susann’s Beizli in Oberentfelden: www.susannes-beizli.ch

 

Blogbeitrag für Mike Geitner zum Thema Muskelfasertypen oder weshalb ein strukturiertes Krafttraining Sinn macht

Einführung

Beim ersten Block meiner Trainerausbildung bei Mike Geitner kam einige Male das Thema „Muskelfasertypen“ zur Sprache. Als Ärztin hat mich das Thema Muskeln schon zu Beginn meines Studiums vor mehr als 15 Jahren immer wieder beschäftigt, und zwar auf den verschiedenensten Ebenen: Sei es in der Histologie (Lehre des Gewebes), Anatomie (Lehre vom Aufbau der Organismen), Biochemie (Lehre von chemischen Vorgängen in Lebewesen), Physiologie (Zusammenwirken und Funktion der Gewebe & Organe im Körper) oder der Biomechanik.

Die drei Muskelgewebetypen

Die Muskulatur ist ein faszinierendes Gewebe und ist ein echtes Wunderwerk der Natur. Die Grundlagen dazu zu verstehen ist nicht ganz einfach. Ich werde versuchen, die Basics verständlich zusammenzufassen, und die daraus ableitbaren Folgerungen für ein effektives und zielgerichtetes (Kraft-)Training darlegen.

Als Muskeln bezeichnet man die kontraktilen Organe des menschlichen Körpers, deren Aufgabe darin besteht, Teile des Körpers aktiv zu bewegen. Sie sind aus Muskelgewebe aufgebaut, einem der vier Grundgewebe des menschlichen Körpers.

Auf der histologischen Ebene unterscheidet man aufgrund des (mikroskopischen) Aufbaus drei Muskelgewebetypen:

  • Quergestreifte Skelettmuskulatur: Fast alle dieser 600 Muskeln können bewusst gesteuert werden
  • Quergestreifte Herzmuskulatur oder Myokard: Diese Muskeln besitzen ein eigenes Schrittmacher- & Reizleitungssystem
  • Glatte Muskulatur als Eingeweidemuskulatur: z.B. in Verdauungsorganen und Gefässen, diese Muskeln werden unwillkürlich über das vegetative Nervensystem gesteuert

Mikroskopische Ansicht der drei Muskelgewebetypen:

SkelettmuskelQuergestreifte Skelettmuskulatur

HerzmuskelQuergestreifte Herzmuskulatur oder Myokard

glatte-MuskulaturGlatte Muskulatur als Eingeweidemuskulatur

Die Skelettmuskulatur

Die für die Bewegung relevante Muskulatur ist die Skelettmuskulatur. Die Skelettmuskulatur ist unterschiedlich zusammengesetzt, weshalb man folgende zwei Haupttypen von Muskelfasern unterscheidet:

  • Typ I Muskelfasern – Diese werden auch als langsam zuckende (engl.: slow twitch ) oder rote Muskelfasertypen bezeichnet und sind besonders ausdauernd
  • Typ II Muskelfasern – Diese werden auch als schnell zuckende (engl.: fast twitch) oder weisse Muskelfasertypen bezeichnet und sind kurzfristig besonders leistungsstark

Die zweite Gruppe wird nochmals in drei Untergruppen unterteilt: I, IIa, IIb und IIx, wobei der Typ IIx zwischen IIa & IIb einzuordnen ist und manchmal auch als Intermediärtyp oder Typ III bezeichnet wird.

Die insgesamt vier Muskelfasertypen und deren Funktionen fasst die folgende Grafik zusammen:

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Tabelle: Die vier Muskelfasertypen und deren Funktionen

Die Muskulatur beim Menschen

Die Muskulatur des Menschen besteht aus einer Zusammensetzung dieser Muskelfasertypen. Diese variiert von Mensch zu Mensch und ist prinzipiell angeboren (genetisch). Der „Durchschnittsmensch“ hat leicht mehr Typ I als Typ II Fasern (meist 55% Typ I und 45% Typ II Fasern). Bei Ausnahmeathleten kann diese Aufteilung in die eine oder andere Richtung abweichen. Somit erscheint es auf den ersten Blick auch logisch, dass die Veranlagung im Wesentlichen bestimmt, ob eine Person sich eher für einen Marathon eignet oder mit Leichtigkeit Gewichte stemmen kann.

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Grafik: Schematische Darstellung der mikroskopischen Ansicht von Muskelquerschnitten verschiedener Läufertypen

Die Zusammensetzung der Muskulatur verändern

Die Frage, ob man die Zusammensetzung der Muskulatur durch Training verändern kann, wird immer wieder diskutiert. Die Antwort ist jein, denn es ist nach den bisherigen Erkenntnissen der Forschung  nur bedingt möglich, einzelne Muskelfasertypen in andere umzuwandeln. Was aber sicher ist: Durch gezieltes Training werden die Muskelfasertypen, mit denen ein Mensch ausgestattet ist, leistungsfähiger. Die Anzahl der schnell und langsam kontrahierenden Muskelfasern an der Muskelquerschnittsfläche ändert sich. Je mehr Fläche z.B. die Typ 2 Muskelfasern am Gesamt-Muskelquerschnitt einnehmen, desto höher die Maximal- und Schnellkraft.

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Bild: Mikroskopische Identifizierung der drei Muskelfasertypen (I, IIa und IIb) aus muskelbioptischen Proben eines älteren ausdauertrainierten (links) und eines jungen sprint-/sprungaffinen Athleten (rechts), modifiziert nach Verdijk et al. 

Trainingsplanung

Somit macht es Sinn, sich bei der Trainingsplanung bewusst zu machen, was man genau trainieren möchte und wozu. Bei Kniebeugen z.B. mit maximalem Gewicht und 6 Wiederholungen werden in erster Linie die Typ IIb Fasern aktiviert. Bei einer Jogging-Runde bei mässigem Tempo wird teilweise die gleiche Muskulatur aktiviert, aber in erster Linie die Typ I Muskelfasern.

Muskelfasertypen bei Pferden

Bei Pferden und auch anderen Säugetieren existieren die gleichen Muskelfasertypen wie beim Menschen, und auch die biochemischen Mechanismen sind vergleichbar. Die anteilsmässige Verteilung der Muskelfasertypen variiert ebenfalls und ist innerhalb der Rassen meist typisch verteilt. Bei dem auf kurze Sprintstrecken spezialisierten Quarterhorse sind 93% der vorhandenen Muskelfasern schnell kontrahierende und damit schneller ermüdende Fasern, 7% langsam kontrahierende und weniger schnell ermüdende. Die Zahl der schnell ermüdenden Fasern ist entsprechend beim Vollblüter deutlich tiefer.

In einem meiner nächsten Beiträge werde ich mich dazu äussern, wie man aufgrund dieser Kenntnisse ein sinnvolles zielgerichtetes Training gestalten kann.

Bosal Schnupperkurs mit Alfonso Aguilar bei Eschbach Horsemanship

Diese Woche stand eines der Highlights meines Pferdejahres auf dem Programm: Der Bosal Schnupperkurs mit Alfonso Aguilar in Koblenz bei Andrea und Markus Eschbach. Ich hatte mich bereits im Frühsommer entschieden, mit Miro mitzumachen und freute mich riesig, dass es nun endlich so weit war! Bei Alfonso hatte ich im Frühjahr 2013 bereits einmal einen zweitägigen Bodenarbeits-Kurs besucht und hatte ihn dieses Jahr ja schon im Mai in Boswil an einem Eintageskurs zusammen mit seinem Sohn Arien wieder gesehen.

Am frühen Morgen packte ich alles zusammen und machte mich zusammen mit Miro auf den Weg nach Koblenz. Nachdem ich Miro in seine Tagesbox gebracht und Markus begrüsst hatte, traf ich im Theorieraum der Eschbach Horsemanship Anlage auf einen gut gelaunten Alfonso Aguilar und seine Kollegin Karin Keller. Kurz darauf erschienen auch die anderen Kursteilnehmer/-innen und Andrea Eschbach. Auf dem Tisch lagen geschätzte 20 Bosals und einige Mecaten bereit, sodass ich es kaum erwarten konnte, mehr darüber zu erfahen.

Im ersten Teil des Kurses vermittelte uns Alfonso die Grundlagen zum Bosal. Nach einem kurzen geschichtlichen Abriss mit spannenden Infos zur Enstehung und Herkunft dieses Reit-Hilfsmittels, erklärte er uns im Detail die veschiedenen Teile eines Bosals und deren Funktion. Etwas Materialkunde und zum Schluss die Knotentechnik rundeten den spannenden Vortrag ab.

In einem kleinen Workshop an der frischen Luft ging es dann darum, die Knotentechnik zu üben und paarweise auch die Einwirkung über die Zügel zu lernen. Zudem hatten wir die Gelegenheit, die veschiedenen Materialien in die Hand zu nehmen und herauszufinden, was uns am besten liegt.

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Bild: Alfonso Aguilar erklärt das Bosal

Nach dem Mittagessen folgte der praktische Teil. Wir wurden in Zweiergruppen zusammengetan und hatten die Aufgabe, uns gegenseitig zu unterstützen. Mirò und ich bildeten mit Fabienne und ihrem 6-jährigen Freibergerwallach „Haribo“ ein Team. Die junge Pferdebesitzerin erzählte mir, dass sie Haribo aus einer Reitschule gekauft und mithilfe einer Trainerin selbst ausgebildet hatte.

Ich war zuerst der „Groomer“ – war also verantwortlich für das „Anliefern“ des gewünschten Bosals und das Einknoten der Mecate. Alfonso und Karin unterstützen uns alle dabei, indem sie uns beratend zur Seite standen. Haribo war anfangs entwas unsicher mit dem unbekannten „Ding“ am Kopf. Nach ein paar Runden im Schritt senkte er aber vertrauensvoll den Kopf und reagierte auch sehr fein auf die Impulse seiner jungen Reiterin. Nach einiger Zeit besprachen wir im Team, welche Veränderungen für die nächste Testrunde vorgenommen werden sollte. Nach kurzer Rücksprache mit Alfonso entschieden wir uns für ein etwas dickeres und kürzeres Bosal und ich hatte wieder Gelegenheit, das Einknüpfen der Mecate zu üben. Haribo reagierte sehr positiv auf das neue Bosal, sodass Fabienne sich entschied, für die verbleibende Zeit damit zu reiten. Sie wurde immer mutiger und der Wallach immer entspannter, sodass schnell klar wurde, dass dies nicht der letzte Ritt mit Bosal für die beiden sein wird.

Nach ca. 1.5 Stunden holte ich Mirò, und wir tauschten die Rollen. Ich hatte mir schon während der Testphase von Fabienne Gedanken darüber gemacht, welches Material ich wählen würde. Ich entschied mich für ein 3/8 Bosal mit einer Mähnenhaarmecate. Miro reagierte von Anfang an sehr fein auf meine Impulse und lief schön entspannt, auch wenn ihm die Blumenttröge auf dem Zuschauerrang nicht geheuer waren. Auch ich testete ein weiteres, etwas dünneres Bosal und eine andere Mecate. Auch damit lief Mirò sehr gut, sodass es für mich recht schwierig war, relevante Unterschiede zu erkennen. Erstaunt war ich aber darüber, dass sich die etwas stachelige Mähnenhaarmecate sehr angenehm anfühlte. Zum Schluss liess ich Karin noch ein paar Runden mit Mirò drehen, denn sie war so begeistert von ihm (uns Mirò von ihr auch!) und ist selbst Besitzering eines hübschen dunklen Spaniers.

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Bild: Mirò in der Reithalle der Eschbachs

Fazit des Tages für mich ist, dass sich einmal mehr bestätigt hat, dass Mirò sich gebissloss sehr viel entspannter reiten lässt und ganz fein reagiert. Ich hoffe, dass wir bald wieder die Gelegenheit haben werden, dieses altbewährte und für mich faszinierende Hilfsmittel beim Reiten anzuwenden.

Danke Alfonso und Karin für diesen schönen Kurs, eure Unterstützung und die Möglichkeit, eure (z.T. privaten!) Bosals ausgiebig zu testen. Ein herzliches Dankeschön auch an Andrea und Markus für das zur Verfügungstellen eurer schönen Anlage und die Organisation des Kurses. 🙂

Weitere Infos zu Alfonso Aguilar und Eschbach Horsemanship unter:

www.aguilarnaturalconcepts.com und www.eschbach-horsemanship.com

Straightnesstraining meets Equimotion

Am Sonntag Morgen fand das erste offizielle Zusammentreffen von Straightnesstraining (ST) und Equimotion (EM) statt. Da ich es schade fand, dass nicht noch andere ST Mastery Studenten der Schweiz an meinen Trainingstagen mit Miriam Sherman teilnahmen, organisierte ich kurzerhand eine kleine Impulsveranstaltung für meine aktuelle 12-Wochen-Challenge-Gruppe.

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Gut gelaunt und gespannt auf den Einführungsvortrag von Miriam erschien die Gruppe pünktlich um 8.30 Uhr bei mir zuhause. Bei gedecktem Frühstücktisch brachte Miriam uns die Basics des ST näher. Sie erklärte uns ganz allgemein, was Straightnesstraning ist und ging dann etwas konkreter auf die Dimensionen der Schiefe des Pferdes und die 6 Schlüssel des ST ein. Zudem erhielten die vier Teilnehmerinnen einen Ausdruck des ebooks.

Kurz vor 10 Uhr machten wir uns dann auf den Weg zu Miro. Wir freuten uns nun alle, die theoretischen Grundlagen nun an der Arbeit mit dem Pferd zu sehen. Ziel dieses praktischen Teils war es, am konkreten Beispiel zu zeigen, wie man das Konzept des ST umsetzen kann. Dabei gelang es Miriam einwandfrei, eine Mischung aus Anleitung und Demonstration mit Miro und mir als Demonstrationsobjekte zu präsentieren.

Miro war von Anfang an sehr aufmerksam und blendete bald schon das für ihn ungewohnte Publikum aus. Nach einer kurzen Demonstration der Basisübungen im Stand, gingen wir zum Longieren über. Wir konnten gut zeigen, wo die aktuellen Knackpunkte bei Mirò und mir liegen. Dabei gelang es uns auch, unter Miriam’s Anleitung einige einfache, aber effektive Lösungsansätze zu demonstrieren. Zum Schluss konnte Mirò bereits recht gut die gewünschte Stellung/Biegung mit korrekter Kopfhaltung und verbessertem Untertreten der Hinterhand zeigen.

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Danach zeigten wir den Transfer der am Boden gelernten Basisübungen auf das Reiten, indem Miriam vom Boden aus die Sequenzen führte und ich mich als passiver Passagier mittragen liess. Zum Schluss gingen wir Teile der Reitsequenz noch mit mir als etwas aktivere Reiterin durch und konnten dabei sehr schön veranschaulichen, dass das dies für Mirò nach der entsprechenden Vorbereitung sehr locker zu bewerkstelligen ist. Zu spüren, dass Mirò verstand, worum es geht und dabei so entspannt und freudig mitmachte, war für mich ein weiteres Highlight dieses Wochenendes.

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Alle Beteiligten hatten grossen Spass und nahmen viele wervolle imputs mit nachhause, und ich bin mir sicher, dass dies nicht die letzte gemeinsame Kombinationsveranstaltung von Equimotion und Straightnesstraining war!

Bei Interesse bin ich gerne bereit, an meinen Traniningstagen weitere Zuschauer zu empfangen und zusammen mit Miriam Sherman die Prinzipien des ST in Theorie und Praxis zu demonstrieren.

Straightness Trainining mit Miriam Sherman

Am vergangenen Wochenende war es endlich wieder so weit: Miriam Hermann, eine der beiden Deutschen Straightnesstraining Trainee Instruktorinnen, kam in die Schweiz, um mit Mirò und mir zu arbeiten.

Ich habe mich sehr gefreut auf diesen Moment, denn ein paar Monate waren vergangen seit unserem letzten Treffen. Nach Abschluss von Mirò’s Rekonvaleszenzphase nach einem kleinen Stallunfall Ende Juli, hatten wir neben dem Muskelaufbautraining regelmässig an unseren Knackpunkten an der Basis des Strainghtnesstranings gearbeitet. Nun freuten wir uns, ein live-Feedback zu bekommen und zu sehen, wo wir stehen.

Am Samstag Abend war Miriam endlich da, und ich konnte es kaum erwarten, mit ihr in den Stall zu gehen. Wir planten, ein paar wichtige Punkte der ST Komponenten Liberty, Groundwork und Longeing anzuschauen.

Wir begannen mit Liberty, wo Miriam mir ein paar Tricks bei Schlüssel-Elementen aus der Evaluation-Sequenz zeigte. Bereits nach einigen Minuten realisierte ich, dass ich Mirò noch deutlich feiner führen kann und bei einem klaren inneren Bild fast keine zusätzlichen Hilfen nötig sind.

Bei der Bodenarbeit zeigte ich Miriam kurz meine  Knackpunkte bei den Übungen im Stand. Sie fand sofort die richtigen Lösungsansätze und konnte mir gleich helfen, sodass bereits nach wenigen Minuten eine sichtbare Verbesserung eintrat. Mirò arbeitete entspannt mit und liess sich nun im Stand ganz leicht biegen.

Zum Schluss rief ich noch das Kruppherein an der langen Seite ab. Mirò war ohne zwischenzeitliches Üben (seit dem Filmen der Groundwork 1 Evaluation) in der Lage, eine ganze Länge im Kruppherein zu zeigen, und man konnte gut sehen, dass er die Übung verstanden hatte. Beim Zurückdenken an unsere ersten Versuche des Krupphereins im Winter, mussten wir beide schmunzeln.

Zum Schluss wies mich Miriam an, mit Mirò auf die Traversale zu gehen, was zu meiner Überraschung sogar für einige Schritte gelang. Die Balance fehlt naürlich noch, aber mit etwas mehr Verständnis und Übung wird Mirò auch diese neue Aufgabe bald meistern. Überglücklich entliessen wir Miro in seine verdiente Nachtruhe

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