Interview mit Claudia Barfuss

Seit über 15 Jahren hilft Claudia Barfuss, Pferdeprofis, sich im Web zu präsentieren und mit einer modernen Website zu punkten und dadurch neue Kunden zu gewinnen. Am 3. August ist ihr neuster Blog erschienen in Form eines Interviews mit mir.

Hier geht’s zum Blog und hier zu ihrer Website. Ich kann Claudia Barfuss und ihre wertvollen Dienstleistungen für Pferdeprofis sehr empfehlen!

Vielen Dank Claudia!

EquiClassic- Work® Trainerin

Nach Abschluss der beiden 4-tägigen Kursblöcke und bestandener praktischer Prüfung Ende Juli 2017 bin ich nun lizenzierte EquiClassic- Work Trainerin und darf ab sofort Kurse und Stunden geben. Mehr Informationen zum neuen Handarbeitsprogramm von Michael Geitner gibt es in der Rubrik „blau-gelb“.

 

Eine erste Veranstaltung mit Vorstellung des Konzeptes in Theorie und Praxis bei mir auf der Equibase in Zwillikon ist in Planung. Weitere Infos folgen. Anfragen für Einzelunterricht und Kurse nehme ich gerne entgegen.

 

Wintertraining statt Winterblues!

Inzwischen ist es in vielen Regionen bereits bitter kalt geworden, und nicht selten ist die Versuchung, die kalten Winterabende lieber beim warmen Kamin oder vor dem Fernseher zu verbringen anstatt im kalten Stall sicherlich gross. Auch ich selbst habe manchmal Mühe, mich wenn die Kinder im Bett sind, aufzuraffen und würde lieber an der wohligen Wärme bleiben. Doch meistens schaffe ich es, mich zu motivieren und stelle jedes Mal fest: Es lohnt sich immer und ist meist gar so schlimm wie erwartet.

Die vergangenen Monate Revue passieren lassen

Gründe, die aus meiner Sicht gegen eine Winterpause beim Pferdetraining sprechen, gibt es viele. Ich plane jeweils Mitte November des Jahres die kommenden 4 Monate. Ich lasse die vergangenen 6-7 Monate Revue passieren und mache gleichzeitig eine Bestandesaufnahme. Dazu frage ich mich als erstes, wo ich anfangs der Saison (bei mir war das dieses Jahr Ende März) stand. Dann gehe ich die Highlights (Kurse, Turniere etc.) durch und schreibe mir zu jedem Event ein paar Stichworte auf. Da ich eine Trainingsagenda für Miro führe, vergesse ich dabei nichts. Zum Schluss notiere ich mir die wichtigsten Fortschritte im Vergleich zum Saisonbeginn und schreibe auch auf, wenn etwas nicht (mehr) so gut klappt wie auch schon oder anders lief als erwartet.

Periodisierung des Trainings

Dann ist es bereits Zeit, Pläne zu schmieden und Ziele zu setzen für die kommende Saison. Bei mir sind das immer ein paar, denn mir geht es bei Miro und mir nicht um rein sportliche Ziele, sondern v.a. um persönliche zur Gesunderhaltung unserer Körper und Stärkung der gemeinsamen Vertrauensbasis. Dann schreibe ich die Voraussetzungen dazu und überlege mir, wie ich diese schaffen kann. Dabei hilft es mir, Zwischenziele einzuplanen. Ich persönlich mag 6-Wochen-Etappen. Die  ersten zwei Wochen dienen jeweils der Angewöhung an die neuen Trainingseinheiten, die zweiten zwei Wochen der Festigung und die letzten 2 Wochen der Leistungssteigerung. Diese Strukturierung und im weiteren Sinne auch Periodisierung, wie man sie vom Spitzensport kennt, hat sich aus meiner Erfahrung auch im Freizeitsportbereich bestens bewährt.

Equikinetic und klassische Handarbeit

In diesem Winter kommt bei mir als erstes eine 6-Wöchige Trainingsetapppe mit Equikinetic und klassischer Handarbeit, wobei ich jeweils 3 Trainings-Einheiten/Woche, 2 lockere Geländeritte, einen Wellnesstag, sowie einen Jokertag pro Woche geplant habe. Auch bei nicht ganz optimalem Wetter oder Dunkelheit sollte das möglich sein, insbesondere, da sich die Equikinetic und klassische Handarbeit mit entsprechender Anpassung des Trainings gut machen lassen. Auch bei hartem Boden kann man trainieren, wenn man Gangart und Geschwindigkeit anpasst. Die Pausen bei er der Equikinetic gestalte ich im Winter aktiv bzw. lasse Miro locker in den Gassen im Schritt weiter gehen anstatt ihn in der Mitte oder im Equiplace stehen zu lassen.

Regelmässiges Training auch bei Gruppenhaltung

Auch wenn mein Pferd Miro in einer kleinen Gruppe steht und täglich Weidegang hat, bin ich der Überzeugung, dass regelmässiges körperliches Training und auch geistige Förderung über das ganze Jahr verteilt essentiell ist für Fitness und Wohlbefinden. Pferde lieben Beschäftigung und wahrscheinlich auch körperliches Training. Jedenfalls müsste das aus meiner Sicht nur schon deshalb so sein, weil auch ein Pferdekörper über adäquat gesetzte Trainingsreize in Schwung gehalten wird. Insbesondere bei in Boxen gehaltenen Pferden finde ich dies wichtig, denn sie haben nur ganz eingeschränkt die Möglichkeit, ihr Bewegungspensum selbst zu beeinflussen und z.B. Stress über Bewegung abzubauen.

Fitness für Pferd und Reiter

Da mein Pferd sich jeden Tag im Dreck wälzt, ergibt es sich von alleine, dass auch ich bereits vor dem eigentlichen Training nicht zu kurz komme. Das Aufstellen der Gasse und das gemeinsame Aufwärmen bei der Positions- und Handarbeit stellen sicher, dass auch ich gut auf die Einheit vorbereitet bin. Beim Ausreiten gehe ich immer einen Teil der Strecke mit und laufe – wenn es die Bodenverhältnisse zulassen – gerne auch immer wieder neben dem Pferd her. Für Miro ist das lockere Traben ein Regenerationstraining (d.h. ohne Trainingseffekt für das Herz-Kreislaufsystem) und perfekt für einen Aktivpausentag und für mich setzt das Joggen im Intervall als Trainingsreiz. 2-3 Einheiten Rumpfkraftraining und Yoga für Reiter runden mein winterliches Basistraining ab.

 Theorieabende im kleinen Rahmen

In den kommenden Wintermonaten werde ich Theorieabende zum Thema „Wintertraining“ im kleinen Rahmen bei mir zu Hause anbieten und weiter von meinen persönlichen Erfahrungen berichten. Dabei möchte ich Freizeitreitern aufzeigen, dass ein effizientes Wintertraining für Pferd und Reiter auch ohne grossen zeitlichen Aufwand und auch ohne perfekte Bedingungen und Infrastruktur möglich und sinnvoll ist.

Bei Fragen stehe ich gerne zur Verfügung! 🙂

 

 

 

 

 

Sommerkurse in Oftringen (AG)

Das Konzept

Mit den vier geplanten Sommerkursen bietet equimotion.ch für Freunde aller Reitweisen und Pferde aller Rassen ein perfektes Package zur gemeinsamen Verbesserung der Fitness an. Auch für Pferdebesitzer mit jungen, (noch) nicht reitbaren oder Rehapferden eignen sich die Kurse. Wir erstellen individuelle, leicht umsetzbare Trainingspläne für jedes Pferd/Reiter-Paar. Die Kurse können auch ohne Pferd besucht werden. Die 4 Kursteile bauen aufeinaner auf – können aber gerne auch einzeln besucht werden. Neben der Fitness kommt auch die Beziehungspflege und der Aufbau des gegenseitigen Vertrauens zwischen Mensch und Pferd nicht zu kurz.

Kursdaten & Themen

Samstag, 21.Mai 2016, 9-18 Uhr: Muskelaufbau Pferd und Mensch

  • Basics zum Thema Muskelaufbau bei Pferd & Mensch (Basiswissen Theorie, Equikinetic® & Übungen für den Menschen in Theorie & Praxis). Trainingsplan für Pferd und Mensch.
  • 2 praktische Einheiten/Teilnehmer-/in mit Pferd.
  • Kosten: Mit eigenem Pferd CHF 225.-, Zuschauer inkl. Theoriematerial CHF 80.-
  • max. 8 Teilnehmer mit Pferd; Zuschauer ohne Pferd herzlich willkommen!

Samstag, 2. Juli 2016, 9-18 Uhr: Dualaktivierung® & Faszientraining

  • Aufbauarbeit mit Hilfe der Dualaktivierung®, Faszientraining beim Menschen (Theorie Aufbau, Schwerpunkt Dualaktivierung in Theorie & Praxis, Faszientraining beim Menschen). Wir gestalten gemeinsam die Fortsetzung des Trainingsplans für Pferd und Mensch. 2 praktische Einheiten/Teilnehmer-/in mit Pferd.
  • Kosten: Mit eigenem Pferd CHF 225.-, Zuschauer inkl. Theoriematerial CHF 80.-
  • max. 8 Teilnehmer mit Pferd; Teilnehmer ohne Pferd herzlich willkommen!

Samstag, 6. August 2016, 9-18 Uhr:  Equiplace® und weitere Anwendungsmöglichkeiten der blau-gelben Elemente

  • Theorie & Praxis weiterführender Trainings- & Anwendungsmöglichkeiten der blau-gelben Elemente und Equiplace® inkl. Tipps für die Gestaltung des weiteren Trainings für Pferd und Mensch. 2 praktische Einheiten/Teilnehmer-/in mit Pferd.
  • Kosten: Mit eigenem Pferd CHF 225.-, Zuschauer inkl. Theoriematerial CHF 80.-
  • max. 8 Teilnehmer mit Pferd; Zuschauer herzlich willkommen!

Sa/So, 17./18. September 2016, jeweils 9-18 Uhr: EquiClassic Works

  • EquiClassicWorks (das brandneue Handarbeitsprogramm nach klassischen Grundsätzen in gewohnt einfach umzusetzender Weise erklärt mit Hilfe der blau-gelben Elemente zur Gymnastizierung des Pferdes vom Boden aus. ERSTMALS in der Schweiz!!
  • 3 praktische Einheiten/Teilnehmer-/in mit Pferd.
  • Kursleitung: Alexandra Schmid (Geschäftspartnerin von Michael Geitner)
  • Kosten: Mit eigenem Pferd CHF 450.-, Zuschauer inkl. Theoriematerial CHF 160.-
  • max. 8 Teilnehmer mit Pferd; Zuschauer herzlich willkommen!

Angaben Kursort

  • Stall Suter, Stampfistrasse 3, 4665 Oftringen
  • alle Kurse finden in der Reithalle (20x40m) und im Reiterstübli statt
  • Miete Tagesboxen bzw. Paddocks auf Anfrage bzw. nach Verfügbarkeit
  • weitere Infos unter: www.pferdebox.ch

Anmeldung & Infos

  • Marion Grögli, Sportärztin & lizenzierte Trainerin für Dualaktivierung®, Equikinetic® & Equiplace® nach Michael Geitner; Tel. +41 78 710 65 65
  • www.equimotion.ch

Download Flyer

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Sind du und dein Pferd fit für die neue Saison?

Na, hast du die Frühlingsmüdigkeit überwunden, und hat sich dein Pferd vom Fellwechsel erholt? Dann ist jetzt Zeit, das Training im Freien in vollen Zügen zu geniessen! Wenn nicht, dann findest du im folgenden Artikel vielleicht ein paar Tipps, die dir & deinem Pferd helfen, bald wieder ganz fit zu werden.

Mein jetzt 7-jähriger PRE-Wallach Miro hatte mit dem Fellwechsel ziemlich zu kämpfen. Er war einige Wochen lang sehr müde und sein Fell sah wirklich schrecklich aus. Irgendwie schien er auch ganz matt und nicht sonderlich motiviert, zu arbeiten. Aber nicht nur Miro ging es so, sondern auch mir. Ich hatte zwar Lust, mich zu bewegen, fühlte aber, dass ich nicht wirklich leistungsfähig war.

Was macht man in dieser Situation? Einfach nichts tun, ist das Schlechteste, was man tun kann, denn dann wird es nur noch schlimmer und auch schwieriger zu verhindern, dass man in ein Motivationstief gerät.

Ich empfehle, für Pferd und Mensch einen gesunden Kompromiss zu suchen. So absolvierten Miro und ich ein ganz simples Basistraining. Ich schwitzte 3x/Woche kurz aber intensiv im Kraftraum und Miro wurde abwechslunsreich in longierter & gerittener Dualaktivierung kombiniert mit Basisübungen aus dem Straightnesstraining gearbeitet. An den Pausentagen hatte er entweder frei (er lebt in der Gruppe mit täglichem Weidegang) oder er ging locker ins Gelände.

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Dabei achtete ich besonders auf mögliche Hinweise auf sein Befinden, nahm mir viel Zeit im Stall und für die Pflege. Bereits nach 3 Wochen war eine deutliche Verbesserung der Situation spür- & sichtbaur, auch wenn das Fell noch nicht perfekt aussah. Das hat mich aber motiviert, dran zu bleiben. Auch ich fühlte mich zunehmend besser und der Schlafbedarf nahm wieder etwas ab.

Fazit: Diese bewusste Reduktion der Belastung hat uns beiden sehr gut getan und auch unsere Beziehung  gestärkt. Die Saisonplanung ist nun erfolgt und wir bereit, gezielt auf die verschiedenen Turniere und Events hin zu arbeiten. Neben den Turnierchen sind einige Kurse in Planung, an denen Miro mich erstmals auch vor Publikum zu Demonstrationszwecken unterstützen wird. Ich freue mich sehr auf die kommenden Monate und werde gerne wieder berichten. 🙂

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Falls du Fragen hast zum Thema Müdigkeit, Motivationstief etc., kannst du mich jederzeit gerne kontaktieren. Manchmal liegt auch ein Vit. D- und/oder ein Eisenmangel vor, und es kann Sinn machen, bei entspechenden Hinweisen oder Symptomen, einen sog. „Sportscreen“ (Blutuntersuchung mit den wichtigsten Werten bei sportlich aktiven Menschen) zu machen und allfällige Defizite gezielt anzugehen.

 

Straightnesstraining-Workshop mit Miriam Sherman in Oftringen

Nach einigen Turbulenzen im Vorfeld ist es mir schlussendlich doch noch gelungen, den ersten Straightnesstraining-Workshop in der Schweiz zu organisieren. Miriam Sherman, die mich und Miro seit 1 Jahr begleitet und coacht, ist seit Ende 2015 lizenzierte ST Instruktorin.

Miriam reiste am Freitag Abend an, damit wir uns in Ruhe auf den Kurs am Samstag vorbereiten konnten. Wir trafen uns in der Halle für eine kurze Standortbestimmung mit Miro, denn das letzte gemeinsame Training war ja schon eine Weile her. Ich hatte in der Zwischenzeit regelmässig mit Miro ST gemacht und merkte auch, dass wir uns verbessern, aber ich hatte auch einige Punkte, wo ich nicht weiter kam bzw. nur schleichend. Ein Thema ist die immernoch selten vorhandene Verbindung von der Hinter- zur Vorderhand.

Zuerst gingen wir die Groundworksequenzen durch, wobei wir v.a. an der Qualität arbeiteten und mir Miriam da und dort ein paar Inputs gab. Da Miro inzwischen das Kruppherein auf dem Hufschlag gut beherrscht, versuchten wir, ihn von der Bande zu lösen. Dafür prüften wir zuerst, ob er auf die vibrierende Gerte über der Flanke reagiert und auf mich zu kommt. Das schien er auch vestanden zu haben, sodass er nun so weit war, dass ich ihn ein paar Schritte Richtung Hallenmitte wagen konnte. Nach ein paar Schritten auf beide Seiten waren wir fürs Erste zufrieden und gingen zur nächsten Lektion über.

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Marijke de Jong, die Gründerin des Straightnesstrainings, spricht und schreibt viel von der sog. „cucumber shape“ und der „tomatoe shape“. Dabei geht es darum, das Pferd durch Förderung der Verbindung zwischen Hinter- und Vorderhand in eine runde Form zu bringen. Nun, da die Basics bei Miro sitzen, war er bereit, die ersten Übungen zur Diagonalisierung zu lernen. Dabei ging es im ersten Schritt darum, im Schritt, das innere hintere Bein zusammen mit dem vorderen äusseren Bein zu heben. Miro begriff nicht gleich, was wir von ihm wollten, sodass er uns einfach mal das anbot, was er kennt. Auch auf die Gerte an seinem inneren hinteren Bein reagierte er anfangs etwas übertrieben. Nach ein paar Versuchen, gelang es ihm aber, auf beide Seiten das Geforderte zu zeigen, womit die Trainingseinheit beendet werden konnte.

Am nächsten Morgen war es dann so weit. Der Workshop fand in Oftringen auf dem wunderschönen Hof der Familie Suter statt. Wir wurden herzlich empfangen und eingewiesen. Die Pferde bezogen ihre Boxen und Paddocks und fühlten sich gleich wohl. Der Workshop begann mit einer Vorstellungsrunde und einem kurzen Übersichtsvortrag von Miriam im gemütlichen Reiterstübli. Für die Mehrheit der insgesamt 8 Teilnehmenden war Straightnesstraining Neuland. Unter den 6 aktiven Teilnehmerinnen befanden sich aber auch 3 Mastery-Absolventinnen (inkl. mir), die bereits seit einiger Zeit mit ihren Pferden nach Marijke’s Konzept arbeiten.

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Danach ging es runter in die Halle, wo wir mit dem Morgenblock der praktischen Lektionen starteten. Die unterschiedlichsten Pferderassen waren vertreten – vom Freiberger bis zum Araber-Berber. Miriam holte jedes Pferd-Reiter-Paar ab und verstand es, ihnen mit Ruhe und Einfühlungsvermögen einen guten Einstieg in die Praxis zu ermöglichen. Miro und ich fühlten uns in der Halle sofort wohl und konnten in unserer ersten Einheit die Lektionen vom Vorabend ohne Probleme oder Hektik abrufen. Das Alösen von der Bande aus dem Kruppherein gelang sogar besonders gut.

In der gemeinsamen Mittagspause entwickelte sich ein angeregtes Gespräch. Miriam trug noch den zweiten Teil der Theorie vor, bevor wir uns zum zweiten praktischen Block wieder in die Halle begaben. Die Reiter-Pferde-Paare waren alle sichtlich ruhiger, entspannter und damit auch konzentrierter. Die meisten Teilnehmerinnen arbeiteten mit ihren Pferden am Kruppherein, da es für diese Übung v.a. am Anfang gut ist, jemanden dabei zu haben, der hilft. Es wurde aber auch am Trab in der Bodenarbeit oder am Longieren gearbeitet.

Ich hatte mir vorgenommen, zu reiten, denn dort liegt ja zur Zeit mein Fokus. Beim Aufwärmen arbeitete ich Miro an der Longe und auch etwas frei, um die Qualität der Konzentration und Connection zu erfühlen. Er arbeitete hochkonzentriert mit, sodass ich sicher war, dass das Reiten gut gehen würde. Wir gingen zuerst die Level 1-Sequenz mit Miriam’s Unterstützung vom Boden aus durch, wobei ich mehr und mehr die Hilfen übernahm. Zum Schluss zeigte Miro auch ohne Miriams direktes Einwirken sehr gute Ansätze in entspannter Haltung. Es fühlte sich toll an und auch Miro schien das Reiten nicht zu stören. Nach der Stunde war er zumindest sichtlich zufrieden, was mich sehr freute.

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Im Anschluss trafen wir uns nochmals im Reiterstübli zur Feedback- & Fragerunde. Die Teilnehmenden waren durchs Band zufrieden und glücklich über die wertvollen Inputs von Miriam. Auch ich war hoch zu frienden, denn Miro hatte einmal mehr sein Bestes gegeben und gezeigt, was für ein enorm feines Pferd er ist. Auch ich habe das gegeben, was ich im Moment zu leisten fähig bin und war sehr zufrieden. Jetzt heisst es: Weiter üben, üben, üben… 🙂

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Herzlichen Dank Miriam Sherman, allen Teilnehmenden und auch der Familie Suter für die herzliche Gastfreundschaft.

 

ARSETS Praxisseminar „Reiterhand und Pferdemaul“

Ganz kurzfristig durfte ich gestern Abend am ARSETS Praxisseminar „Reiterhand und Pferdemaul“ mit Tierärztin Dr. med. vet. Imke Querengässer in Oberembrach teilnehmen. Es kam wie gerufen, denn letzte Woche konnte ich Miro erstmals wieder mit Trense in der Halle arbeiten, ohne dass er Stress hatte und sich gegen die Trense wehrte. Gewisse Anlehnungsprobleme bestehen aber immernoch, sodass ich sicher war, dass ich von diesem Abend profitieren würde.

In der Aussschreibung stand: „92 % der Pferde auf Deutschen Abreiteplätzen gehen hinter der Senkrechten – so das Ergebnis einer aktuellen Studie. Auch im normalen „Reiteralltag“ gehen viele Pferde nicht in korrekter Anlehnung – sehr häufig, ohne dass dies ihren Reitern bewusst ist.“

Ziel des Vortrag-Abends war es, darüber aufzuklären, was es bedeutet, wenn das Pferd korrekt am Zügel geht und wie man dies (auch als Freizeitreiter) erkennen kann. Dieses Thema scheint sehr aktuell – jedenfalls waren über 40 Personen anwesend und füllten „Susann’s Beizli „auf dem Reiterhof Hueb in Oberembrach bis auf den letzten Platz aus. Die Stimmung war gleich von Beginn an entspannt, obschon man deutlich spüren konnte, dass die Teilnehmenden dem Vortrag interessiert und erwartungsvoll

Imke Querengässer hat an der Universität Giessen Tiermedizin studiert und an der Pferdeklinik Bern ihre Doktorwürde erlangt. Sie hat sich mit zahlreichen Weiterbildungen spezialisiert auf Physiotherapie und Chiropraktik für Pferde und Kleintiere. Begleitend zum Studium hat sie die Prüfung zum Reitwart/Trainer C abgelegt und unterrichtet seither auch Reitschüler. Wie die Organisatorin, Jenny Markov, selbst auch ausgebildete Tierärztin und sehr erfahrene aktive Reiterin, in der Einleitung treffend bemerkte, ist die Vereinigung eines fundierten tierärztlichen Wissens mit einer reiterlichen Ausbildung und Erfahrung aus auch dem Gebiet des Unterrichtens von Reitern gerade bei solchen Themen sehr wertvoll.

Aus tiermedizinischer Sicht wurde dem Publikum erklärt, wie Anlehnung aussehen sollte und ihre Bedeutung für eine funktionierende Biomechanik und die Gesunderhaltung des Reitpferdes dargestellt. Die enge Verbindung von Losgelassenheit und Anlehnung wurde erläutert, sowie Ursachen und Lösungsmöglichkeiten von Anlehnungproblemen aufgezeigt. Imke Querengässer verstand es, die Theorie mit praktischen Beispielen aufzulockern und beantwortete Zwischenfragen aus dem Publikum suverän und leicht verständlich.

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Im Anschluss an den theroretischen Teil wurde in der Halle eine wunderschöne  dunkelbraune Achal Tekkiner-Stute unter seiner Reiterin vorgestellt. Die Stute liess sich von der ungewohnten Menschenmenge in der Halle nicht beeindrucken. Nach einem kurzen Check der Ausrüstung, wurde sie uns  in Schritt und Trab vorgeritten. Dabei wurden wir aufgefordert, unsere Eindrücke bezüglich möglicher Anlehnungsprobleme zu äussern.

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Danach fragte die Referentin die Besitzerin des Pferdes, ob sie es selbst kurz reiten dürfe, um einen Eindruck aus dem Sattel zu erhalten. Nach ein paar Runden im Schritt und im Trab und einigen ersten Sequenzen der Einwirkung bzw. Feinabstimmung in der Hilfengebung, kam sie vor uns zum Stillstand und erklärte uns, was sie soeben mit dem Pferd gemacht hatte.

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Neben der aus meiner Sicht sehr treffenden und gut verständlichen Interpretation der Situation beindruckte mich besonders, wie fein und trotzdem bestimmt die Referentin mit der für sie völlig unbekannten Stute umging.

Im Anschluss zeigte sie uns noch die wichstigsten Abkauübungen bei offenem Genick des Pferdes vom Boden und vom Rücken des Pferdes aus. Ziel dieser Übungen, die man am besten vor dem Reiten macht, ist es, dem Pferd beizubringen, auf die Einwirkung der Reiterhand auf die Mundwinkel mit einem entspannten Kauen zu reagieren. So kommt es zu einer Lockerung im Bereich des Kiefergelenkes und des Zungenbeins mit Entspannung der Kopf-Arm-Muskulatur, was wiederum Voraussetzung ist für eine korrekte Anlehnung, welche schlussendlich ein vertrauensvolles vorwärs/abwärts Dehnen ermöglicht.

Im Anschluss an diesen wirklich spannenden und lehrreichen Vortrag, konnten wir uns bei einem sehr feinen Essen und gemütlicher Stimmung in „Susannes Beizli“ stärken und austauschen!

Vielen Dank Imke Querengässer, Jenny Markov, den Gastgebern, sowie allen Teilnehmenden für diesen spannenden und inputreichen Abend!

Mehr Infos unter:

Website der Referentin: www.tierchiropraktik.de

Verein Arbeitsreitweise Schweiz: www.arsets.ch

Susann’s Beizli in Oberentfelden: www.susannes-beizli.ch

 

Equiplace Trainerweiterbildung in Heroldstatt

Endlich war es so weit: Die lang ersehnte Trainerweiterbildung zum Thema „Equiplace“ stand auf dem Programm. Kursort war der Wiesenhof der Familie Merkle in Heroldstatt. Am Dienstag Morgen fanden sich 23 erwartungsvolle Trainerinnen und Trainer sowie die beiden Kursleiter Mike Geitner und Alex Schmid im Theorieraum des Wiesenhofs ein. Ziel der kommenden 2 Tage war es, uns Trainiern die Basics des Equiplace-Konzeptes in Theorie und Praxis zu vermitteln, damit wir in Zukunft in unserem Unterricht dieses geniale Hilfsmittel einsetzen können.

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Beim Equiplace handelt es sich um einen quadratischen Pausenplatz aus 4 weissen flachen Elementen, in denen sich das Pferd unter anderem in den Pausen bei der Arbeit (z.B. Equikinetik, longierte oder gerittene Dualaktivierung oder Freiarbeit) entspannen kann. Wenn sich das Pferd einmal daran gewöhnt hat, kann der Equiplace überall hin mitgenommen und dort eingesetzt werden, wo das Pferd sich entspannen soll. Auch beim Lernen des Stillstehens, bei der Vorbereitung von Jungpferden aufs Reiten oder in der Freiarbeit kann dieses einfache, aber sehr effiziente Hilfsmittel eingesetzt werden. Dabei kommt auch der Spassfaktor nicht zu kurz!

Hier gehts zum Video, in dem der Equiplace kurz vorgestellt wird.

Nach einem kurzen Update über die neusten Ereignisse aus der blau-gelben Welt, gingen wir anhand des frisch gedruckten und im Eigenverlag erschienenen Büchleins den ersten Teil der Theorie durch. Danach gingen wir in die Halle zur praktischen Umsetzung des soeben vermittelten Wissens über.

Alex hatte ihren Haflingerwallach „Noel“ mitgebracht. Die Pferde der Gastgeberfamilie, zwei Pferde einer teilnehmenden Trainerin und zwei Einstellerpferde wurden uns ebenfalls für den Praxisteil zur Verfügung gestellt. So ergab sich eine schöne Mischung aus Pferden unterschiedlichster Rassen (vom Quarterhorse bis zum Noriker) und verschiedenen Alters.

Als erstes zeigte uns Alex mit Noel ein paar Basics und Anwendungsmöglichkeiten des Equiplaces. Dabei erklärte sie uns anschaulich, worauf es zu achten gilt. Noel ist zwar fast schon ein Equiplace-Profi, die Halle und die vielen Zuschauer waren für ihn aber komplett neu. Er verhielt sich dennoch ruhig und zeigte uns auf eindrückliche Weise, was mit dem Equiplace möglich ist. Noel war trotz der ungewohnten Umstände immer aufmerksam und konzentriert, sowie sichtbar entspannt im Equiplace.

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Alex longierte Noel in den Equiplace hinein und wieder hinaus, hielt ihn aus dem Trab im Equiplace an und rief ihn ab. Dabei hatten die beiden sichtlich Spass. Danach hatten wir Trainer die Möglichkeit, kurze Sequenzen mit den Pferden zu arbeiten. Die meisten Pferde kannten den Equiplace bisher nicht, sodass es in dieser ersten Einheit v.a. darum ging, diese an den Pausenplatz zu gewöhnen. Alex leitete uns dabei Schritt für Schritt an. Ich hatte die Gelegenheit, mit einer jungen Norikerstute zu arbeiten. Sie war kaum halfterführig, aber schlussendlich sehr kooperativ und lernte schnell.

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Anfänglich lässt man den Equiplace offen, damit die Pferde keine Angst haben, das Quadrat zu betreten und es auch ungehindert wieder verlassen können. Nachdem das Hinein- und Hinausführen auf beide Seiten funktioniert und das Pferd auf ein gewähltes (immer gleiches!) Stimmkommando aufmerksam stehen bleibt, kann man zum nächsten Schritt übergehen. Das Pferd wird zuerst im Schritt und dann im Trab aus dem Equiplace hinaus und dann wieder hinein longiert. Wenn das klappt, kann man den Equiplace z.B. bei der Equikinetik oder der longierten Dualaktivierung einsetzen.

Am ersten Tag waren wir mit der Basisarbeit an den rund 10 Pferden und Ponies beschäftigt. Dabei war es sehr spannend, die Unterschiede im Verhalten der Pferde zu sehen. Schlussendlich sah man aber bei allen Individuen rasche Lernerfolge. Zum Abschluss des ersten Tages zeigte uns Alex mit Noel u.a. den Einsatz des Equiplaces im Zusammenhang mit einfachen Sprüngen, was sehr spannend war.

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Am Abend hatten wir beim gemeinsamen Essen viel Zeit, einander gegenseitig näher kennen zu lernen und über unsere Arbeit mit den Pferden auszutauschen. Das war ebenfalls sehr spannend und lehrreich.

Am Mittwoch Morgen ging es mit einem kurzen Theorieblock weiter. Hauptthema des Morgens war die Arbeit mit jungen Pferden. So zeigte Alex uns dann auch in der Halle Schritt für Schritt den Einsatz des Equiplaces bei der Vorbereitung eines jungen Pferdes auf das Reiten. Man konnte deutlich erkennen, dass der Equiplace als Entspannungsort für Pferd und Mensch eine einfaches, aber sehr effizientes Hilfsmittel ist.

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Nach dem Mittagessen ging es dann weiter mit der longierten Dualaktivierung und dem Einsatz des Pausenplatzes in der Freiarbeit und beim Reiten. Eindrücklich zu sehen war hier insbesondere, dass Noel auch ohne Longe in der Freiarbeit oder Zug am Zügel beim Reiten jederzeit im oder auch ausserhalb des Equiplaces über das gelernte Stimmkommando zum Stillstand gebracht werden kann.

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Zum Abschluss versammelten wir uns nochmals im Therorieraum, wo Mike ein kurzes Resumé zum Kurs machte. Aus meiner Sicht war es eine sehr schöne und spannende Weiterbildung. Ich habe viele spannende Inputs erhalten und freue mich sehr, das Gelernte mit meinem Pferd Miro, aber auch mit meinen Kundinnen und Kunden bzw. ihren Pferden umzusetzen und viel Spass dabei zu haben.

  • Lektionen und Kurse sind ab sofort bei mir buchbar
  • Eine kleine Anzahl an Büchern ist bei mir aktuell bezugsbereit
  • Der Equiplace sollte in Kürze bei  Felix Bühler erworben werden können

 

 

 

 

Zweiter Block der Trainerausbildung bei Mike Geitner

Vom 29. Oktober bis 1. November 2015 fand der zweite Block meiner Trainerausbildung bei Mike Geitner in Rechtmehring (D) statt. Die Gruppe konnte es kaum erwarten, bis es zum nächsten Zusammentreffen kam. In unserem Whatsapp-Chat hatten wir uns in den vergangenen Wochen intensiv über spannende Themen der Pferdeausbildung, wie z.B. der natürlichen Schiefe, ausgetauscht, und Bilder von unseren Pferden und Übungsstunden gepostet.

Mike begrüsste uns mit einem kurzen Update und den News der vergangenen Wochen. Der mit Spannung erwartete Artikel zum Thema „Equiplace“ war in der Cavallo erschienen. Beim Equiplace handelt es sich um einen quadratischen Pausenplatz aus 4 weissen flachen Elementen, in denen sich das Pferd unter anderem in den Arbeitspausen der Equikinetik entspannen kann. Wenn sich das Pferd einmal daran gewöhnt hat, kann der Equiplace überall hin mitgenommen und dort eingesetzt werden, wo das Pferd sich entspannen soll. Es ist denkbar, dass man die weissen Elemente an ein Turnier mitnimmt, um einem sonst nervösen Pferd zu helfen „runter zu fahren“. Auch in der Freiarbeit, z.B. beim Apell, kann dieses einfache aber geniale Hilfsmittel eingesetzt werden. Die Equiplace-„Gassen“ und das Instruktionsbuch werden voraussichtlich ab Januar 2016 verfügbar sein.

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Bild: Mike Geitner erläutert Equiplace als Pausenplatz bei der Equikinetic

Hier gehts zum Video „Equiplace Pferdetraining“ auf der Cavallo-Seite:

http://www.cavallo.de/pferdevideos/video-equiplace-pferdetraining.1437826.233219.htm

In den folgenden drei Tagen hatten wir jeweils wieder morgens Theorie und nachmittags Praxis mit den Pferden in der Reithalle. Bereits am ersten Nachmittag wurde uns bewusst, dass es jetzt ernst gilt, denn wir mussten erstmals mit Mikrofon unterrichten. Zudem galt es, jemanden praktisch zu unterrichten und anzuleiten und gleichzeitig noch Theorie zu vermitteln. Zu unserem eigenen Erstaunen meisterten wir diese Aufgabe recht gut. Es war wirklich erfreulich zu sehen, wie professionell die Gruppe mit dieser neuen Situation umging. Am Donnerstag Nachmittag übten wir Positions- und Fahnenarbeit, was sich einmal mehr als recht tricky herausstellte. Die Equikinetic am Freitag Nachmitag beherrschten wir schon recht viel besser, denn wir hatten diese Aufgabe auch am meisten geübt. Neu dazu kam der Equiplace als Pausenplatz, der für einige der Pferde anfänglich noch etwas ungewohnt war. Am Samstag Nachmittag sahen und übten wir dann erstmals longierte Dualaktivierung mit Equiplace. Das war spannend und stellte für einige eine neue Herausforderung dar, denn das war dann wirklich Multitasking pur. Es machte aber sehr grossen Spass, und ich freue mich sehr, das Ganze mit Mirò und meinen Schülerinnen in den kommenden Wochen zu üben.

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Bild: Marion beim Unterrichten von Nicole und Reha-Pferd Monti
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Bild: Marion beim Unterrichten von Judith und Boa
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Bild: Boa macht Pause im Equiplace

Am Sonntag Morgen kam Günter Quecke zu Besuch, um uns die Grundlagen der Pferdeernährung und die Berechnung der Futterration näher zu bringen. Der 2.05 m lange sanfte Riese hat die Gruppe mit seinem Charme, aber auch mit seiner Sachkompetenz, sofort in seinen Bann gezogen. Das Thema Ernährung beim Pferd weckt wahrscheinlich in jedem Pferdemenschen Interesse, denn es gibt wirklich sehr viele verschiedene Meinungen und irgendwie kaum gemeinsame Nenner. Noch schwieriger ist es, sich im riesigen Angebot an Futter und Futterzusätzen zurecht zu finden.

Quintessenz ist, dass es beim Pferd ähnlich ist wie beim Menschen. Die plötzliche Rationierung des Futters beim Pferd führt zu Stress und nicht zur angestrebten Gewichtsabnahme, so dass jede Korrektur primär in Richtung Veränderung des Bewegungsmusters/Muskelaufbau gehen sollte. Mit Hilfe der Equikinetik haben wir ein relativ leicht umsetzbares Konzept zur Hand, das uns diesbezüglich weiterhelfen kann – glücklicherweise auch bei Reha- und übergewichtigen Pferden.

Danke, Günter, dass du uns die Basics überzeugend und auch plausibel näher gebracht hast, auch wenn einige (inklusive mir) bei der Futterrationenberechung oder besser gesagt –prüfung anfänglich etwas Mühe hatten. Mit ein bisschen Übung werden wir aber bald auch das schaffen.

Weitere Infos zu Günter Quecke unter www.classic-horses.de

In drei Wochen steht bereits der letzte Block an. Dann gilt es auch schon ernst: Am Ende des Blockes warten eine vierstündige schriftliche und eine mündliche/praktische Prüfung auf uns. Bis dahin gilt es, möglichst viel zu üben und die Theorie in- und auswendig zu lernen.

Blogbeitrag für Mike Geitner zum Thema Muskelfasertypen oder weshalb ein strukturiertes Krafttraining Sinn macht

Einführung

Beim ersten Block meiner Trainerausbildung bei Mike Geitner kam einige Male das Thema „Muskelfasertypen“ zur Sprache. Als Ärztin hat mich das Thema Muskeln schon zu Beginn meines Studiums vor mehr als 15 Jahren immer wieder beschäftigt, und zwar auf den verschiedenensten Ebenen: Sei es in der Histologie (Lehre des Gewebes), Anatomie (Lehre vom Aufbau der Organismen), Biochemie (Lehre von chemischen Vorgängen in Lebewesen), Physiologie (Zusammenwirken und Funktion der Gewebe & Organe im Körper) oder der Biomechanik.

Die drei Muskelgewebetypen

Die Muskulatur ist ein faszinierendes Gewebe und ist ein echtes Wunderwerk der Natur. Die Grundlagen dazu zu verstehen ist nicht ganz einfach. Ich werde versuchen, die Basics verständlich zusammenzufassen, und die daraus ableitbaren Folgerungen für ein effektives und zielgerichtetes (Kraft-)Training darlegen.

Als Muskeln bezeichnet man die kontraktilen Organe des menschlichen Körpers, deren Aufgabe darin besteht, Teile des Körpers aktiv zu bewegen. Sie sind aus Muskelgewebe aufgebaut, einem der vier Grundgewebe des menschlichen Körpers.

Auf der histologischen Ebene unterscheidet man aufgrund des (mikroskopischen) Aufbaus drei Muskelgewebetypen:

  • Quergestreifte Skelettmuskulatur: Fast alle dieser 600 Muskeln können bewusst gesteuert werden
  • Quergestreifte Herzmuskulatur oder Myokard: Diese Muskeln besitzen ein eigenes Schrittmacher- & Reizleitungssystem
  • Glatte Muskulatur als Eingeweidemuskulatur: z.B. in Verdauungsorganen und Gefässen, diese Muskeln werden unwillkürlich über das vegetative Nervensystem gesteuert

Mikroskopische Ansicht der drei Muskelgewebetypen:

SkelettmuskelQuergestreifte Skelettmuskulatur

HerzmuskelQuergestreifte Herzmuskulatur oder Myokard

glatte-MuskulaturGlatte Muskulatur als Eingeweidemuskulatur

Die Skelettmuskulatur

Die für die Bewegung relevante Muskulatur ist die Skelettmuskulatur. Die Skelettmuskulatur ist unterschiedlich zusammengesetzt, weshalb man folgende zwei Haupttypen von Muskelfasern unterscheidet:

  • Typ I Muskelfasern – Diese werden auch als langsam zuckende (engl.: slow twitch ) oder rote Muskelfasertypen bezeichnet und sind besonders ausdauernd
  • Typ II Muskelfasern – Diese werden auch als schnell zuckende (engl.: fast twitch) oder weisse Muskelfasertypen bezeichnet und sind kurzfristig besonders leistungsstark

Die zweite Gruppe wird nochmals in drei Untergruppen unterteilt: I, IIa, IIb und IIx, wobei der Typ IIx zwischen IIa & IIb einzuordnen ist und manchmal auch als Intermediärtyp oder Typ III bezeichnet wird.

Die insgesamt vier Muskelfasertypen und deren Funktionen fasst die folgende Grafik zusammen:

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Tabelle: Die vier Muskelfasertypen und deren Funktionen

Die Muskulatur beim Menschen

Die Muskulatur des Menschen besteht aus einer Zusammensetzung dieser Muskelfasertypen. Diese variiert von Mensch zu Mensch und ist prinzipiell angeboren (genetisch). Der „Durchschnittsmensch“ hat leicht mehr Typ I als Typ II Fasern (meist 55% Typ I und 45% Typ II Fasern). Bei Ausnahmeathleten kann diese Aufteilung in die eine oder andere Richtung abweichen. Somit erscheint es auf den ersten Blick auch logisch, dass die Veranlagung im Wesentlichen bestimmt, ob eine Person sich eher für einen Marathon eignet oder mit Leichtigkeit Gewichte stemmen kann.

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Grafik: Schematische Darstellung der mikroskopischen Ansicht von Muskelquerschnitten verschiedener Läufertypen

Die Zusammensetzung der Muskulatur verändern

Die Frage, ob man die Zusammensetzung der Muskulatur durch Training verändern kann, wird immer wieder diskutiert. Die Antwort ist jein, denn es ist nach den bisherigen Erkenntnissen der Forschung  nur bedingt möglich, einzelne Muskelfasertypen in andere umzuwandeln. Was aber sicher ist: Durch gezieltes Training werden die Muskelfasertypen, mit denen ein Mensch ausgestattet ist, leistungsfähiger. Die Anzahl der schnell und langsam kontrahierenden Muskelfasern an der Muskelquerschnittsfläche ändert sich. Je mehr Fläche z.B. die Typ 2 Muskelfasern am Gesamt-Muskelquerschnitt einnehmen, desto höher die Maximal- und Schnellkraft.

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Bild: Mikroskopische Identifizierung der drei Muskelfasertypen (I, IIa und IIb) aus muskelbioptischen Proben eines älteren ausdauertrainierten (links) und eines jungen sprint-/sprungaffinen Athleten (rechts), modifiziert nach Verdijk et al. 

Trainingsplanung

Somit macht es Sinn, sich bei der Trainingsplanung bewusst zu machen, was man genau trainieren möchte und wozu. Bei Kniebeugen z.B. mit maximalem Gewicht und 6 Wiederholungen werden in erster Linie die Typ IIb Fasern aktiviert. Bei einer Jogging-Runde bei mässigem Tempo wird teilweise die gleiche Muskulatur aktiviert, aber in erster Linie die Typ I Muskelfasern.

Muskelfasertypen bei Pferden

Bei Pferden und auch anderen Säugetieren existieren die gleichen Muskelfasertypen wie beim Menschen, und auch die biochemischen Mechanismen sind vergleichbar. Die anteilsmässige Verteilung der Muskelfasertypen variiert ebenfalls und ist innerhalb der Rassen meist typisch verteilt. Bei dem auf kurze Sprintstrecken spezialisierten Quarterhorse sind 93% der vorhandenen Muskelfasern schnell kontrahierende und damit schneller ermüdende Fasern, 7% langsam kontrahierende und weniger schnell ermüdende. Die Zahl der schnell ermüdenden Fasern ist entsprechend beim Vollblüter deutlich tiefer.

In einem meiner nächsten Beiträge werde ich mich dazu äussern, wie man aufgrund dieser Kenntnisse ein sinnvolles zielgerichtetes Training gestalten kann.