NEU: Therapeutisches Reiten

Horseathlon Teilnahme mit Mirò in Möhlin

Gerade noch rechtzeitig konnten Mirò und ich die Rehabilitationsphase nach einem kleinen Stallunfall abschliessen und waren bereit für den Start an unserem ersten Horseathlon, unserem einzigen Turnier in diesem Jahr. Ich konnte es kaum erwarten und freute mich sehr auf den gestrigen Tag.

Da unser Start erst um 10.30 war, mussten wir für einmal nicht in aller Herrgottsfrühe aufstehen und uns im Dunkeln auf den Weg machen. Das Einladen und die Fahrt verliefen ohne Zwischenfälle und auch den Turnierort fanden wir auf Anhieb, sodass wir ohne grosse Aufregung an den Start gehen konnten.

Es war bereits viel los auf der Reitanlage Burstel des UFKV Möhlin als wir ankamen. Insgesamt starteten rund 70 Paarungen. Alle Rassen und Reitweisen waren vertreten und die Stimmung gut. Die Teilnehmenden & Richterinnen machten durchs Band einen hochkonzentrierten Eindruck. Das Wetter machte auch mit, sodass ich mich frohen Mutes der Herausforderung stellen konnte.

Mirò konnte es offenbar auch kaum erwarten, denn er wollte unbedingt in den Trailparcour, unseren ersten Aufgabenteil, eintreten. Ich wusste, dass das meine schlechteste Disziplin ist und Mirò Mühe hat, Brücken und Wippen zu besteigen. Die erste Aufgabe war dann genau so eine Brücke – oder vielmehr ein schmales Podest ohne seitliche Begrenzungen. Ich fokussierte auf einen Punkt in der Ferne dahinter und – siehe da – Mirò überquerte das Hinderniss ohne zu zögern. Meine Freude schien Mirò positiv zu beeinflussen, sodass wir den ersten Aufgabenteil unerwartet gut meistern konnten.

Als zweites stand der Geländeritt an. Zusammen mit der Startnummer vor mir (Valerie mit ihrem 6-jährigen Freiberger-Wallach Colin) machten wir uns auf den Weg. Nach einem knappen Kilometer wartete die erste Aufgabe auf uns: Wir mussten ein mit einem blauen Perserteppich beklebtes Palettentreppchen überreiten. Colin meisterte diese Aufgabe im dritten Anlauf mit Bravour, wohingegen Mirò entschied, das Hinderniss kurzerhand zu überspringen. Die Richterin machte einen leicht erschrockenen Eindruck als wir auf sie zugeflogen kamen. Die zweite (einen Gestrüppvorhang passieren) und die dritte Aufgabe (einen virtuellen Pfützenparcour) meisterten beide Pferde auf Anhieb perfekt. Nach gut 90 Minuten kamen wir wieder auf der Reitanlage an und waren stolz auf unsere beiden Jungstars, die sich im komplett unbekannten Gelände hervorragend benommen hatten.

Nach einer kurzen Mittagspause war der Gelassenheitsparcour geführt an der Reihe. Mirò war komplett tiefenentspannt und ich ziemlich relaxed, denn ich wusste, dass das unsere beste Disziplin ist. So lief das Ganze auch in kompletter Ruhe und mit schönem Fluss ab. In den Augen der Richterinnen hatte sich Mirò bei der Rätschenübung zu sehr entspannt. Fazit fürs nächste Mal: Es wird nicht im Vorfeld geübt! 😉

Kurz danach kam dann noch die Bodenarbeitsprüfung. Auch hier schnitt Mirò super ab, auch wenn er sich weigerte, die Wippe mit allen vier Beinen zu betreten. Besonders stolz war ich auf sein Verhalten bei der Aufgabe, wo er sich mit beiden Vorderbeinen in einen Autopneu stellen sollte. Ich wusste, dass er nicht freiwillig hineintreten würde. So nahm ich einfach ein Vorderhuf nach dem anderen und stellte ihn hinein. Die Richterinnen machten einen ziemlich verwirrten Eindruck – die Aufgabe war aber damit erfüllt. Wenn auch auf einem vielleicht etwas unkonventionellen Weg. 🙂

Schlussendlich belegten wir den 9. Rang. Ich war – einmal mehr – sehr beeindruckt von Mirò’s einwandfreien Benehmen und Kooperation. Er war mit wachem Geist und vollen Körpereinsatz dabei – ein richtiges Turnierpferd einfach. Ich freue mich auf nächstes Jahr, wo wir sicherlich wieder an einer solchen Veranstaltung teilnehmen und unser Können unter Beweis stellen werden. In der Zwischenzeit heisst es aber: Weiter üben – v.a. an den Brücken- und Wippenhindernissen.